Pressemitteilung Jade Race UG, 06/12/2019

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Am 4.12. erreichte uns die Nachricht, dass der Flugplatz Mariensiel für die Durchführung des Jade-Race 2020 als Veranstaltungsort nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Natürlich hat das nach nunmehr 11 Jahren sehr erfolgreicher Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung des Flugplatzes, allen involvierten Ämtern sowie den Gewerken rund um das Rennen großes Bedauern und eine unangenehme Überraschung ausgelöst. War doch in der vorangegangenen Sitzung der Gesellschafter (Landkreis Friesland und Stadt Wilhelmshaven) die Weiterführung noch in Aussicht gestellt worden. 

Der Grund für die Einstellung der Veranstaltung liegt nicht an Vorbehalten gegen das Rennen, sondern an der Qualität des neuen Belags auf der Start- und Landebahn. Die erst 2019 aufgebrachte Fahrbahndecke hat auf die Belastung der Aufbauarbeiten zum Jade-Race mit Absenkungen und Abdrücken reagiert. Ein Effekt, der eindeutig nicht auf die spezifische Nutzung durch Rennfahrzeuge oder unsere Serviceflotte zurückzuführen ist. Hat doch der „alte“ Belag vorher zehn Jahre schadlos funktioniert. 

Eine Nachbesserung des mangelhaften Belags ist sicher auch bei ausschließlicher Nutzung im Flugbetrieb empfehlenswert. Auch hier kann schweres Bergegerät zum Einsatz kommen, dem die Fahrbahndecke genauso wenig gewachsen sein wird. Oder anders ausgedrückt: Einer Autobahn oder öffentlich genutzten Straße würde man die fehlerhafte Qualität sicher nicht durchgehen lassen. Dass sie die Region mit dem Jade Race ein attraktives Event Rennen kosten soll, ist mehr als ärgerlich. 

Als erstes möchten wir uns für das langjährige Vertrauen in das Potential und die Faszination der Rennsportveranstaltung bedanken, die sich unaufhaltsam zu einem der profiliertesten Events der Region Friesland / Wilhelmshaven entwickelt hat. Das Jade Race ist Deutschlandweit nach den Nitrolympx auf der permanenten Rennstrecke Hockenheimring das renommierteste Rennen dieser Art und hat zunehmend bis zu 250 Teams aus ganz Europa in die Region gelockt. Der hohe Grad an sportlicher Professionalität und perfekter Abwicklung des komplexen Renngeschehens hat das Jade Race für Rennteams und Zuschauer attraktiv gemacht. 

Ein kurzer Blick auf die Geschichte des Events zeigt eine eindrucksvolle Karriere: Seit 2007 sind wir stetig gewachsen und konnten bis zu 8000 Besucher an den Renntagen zählen. Viele Hotels, Pensionen und andere Ferienunterkünfte waren ausgebucht.  Regionale Unternehmen haben das Rennspektakel als wirksame Werbebühne entdeckt und laut eigener Aussage beim Jade Race neue Auftraggeber gewonnen. Das Rennen ist aber nicht nur erfolgreicher Motor und ausgezeichnete Werbung für den Tourismusstandpunkt Friesland, der durch die internationalen Teilnehmer tatsächlich über die Grenzen der Region an Bekanntheit gewonnen hat. Die im Rahmen der Optimierung von unseren Rennfahrzeugen entwickelten technischen Lösungen zum Beispiel im Bereich der Einspritztechnologie finden durchaus ihren Weg zurück in die Industrie. Unser Rennsport ist tatsächlich immer noch Labor und Probebühne technischer Innovation. 

Der Rennsport befindet sich in Zeiten, in denen Umweltbewusstsein und Klimaschutz eine immer wichtigere Rolle spielen, im Umbruch. Eine Entwicklung, die auch am Jade Race nicht vorbei gegangen ist und der schon lange mit dem Einsatz sauberer Brennstoffe wie E10 oder Biomethanol Rechnung getragen wird. Zusätzlich wollten wir in diesem Jahr mit der Einführung einer elektrischen Rennklasse ein weiteres Signal setzen. Ein Vorhaben, für das namenhafte Fahrzeuganbieter und Stromversorger Unterstützung angeboten haben.  

Die Beschäftigung mit der E-Mobilität ist auch inspiriert von dem Weltrekord, den Stuttgarter Studenten 2015 beim Jade-Race aufgestellt haben: Die Beschleunigung von Null auf Hundert in 1,779 Sekunden mit einem Elektro-Rennwagen, was der Rennstrecke einen Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde gesichert hat.

Das Jade-Race als Plattform für technische Innovation, modernen Fahrzeugbau und spannendes Renngeschehen ist ein einzigartiges Unterhaltungsprogramm, das auch bei gestiegenem Umweltbewusstsein politisch gewollt ist und erhalten bleiben sollte. 

Eine alternative Rennstrecke bietet sich tatsächlich in unmittelbarer Nachbarschaft an. Der für den militärischen Flugbetrieb nicht mehr genutzte Fliegerhorst Jever ist grundsätzlich durch einen Zentralerlass für motorsportliche Zwecke nutzbar. Die nötige Zustimmung durch den DMSB und den ADAC liegen vor. Stimmt der Kommandeur des Objektschutzregiments der Durchführung zu, dann könnte das Jade Race ab 2020 an neuer Stelle sein Zuhause finden. 

Wir hoffen, dass wir mit der fortgesetzten Unterstützung durch Politik (Landrat S. Ambrosy und Umweltminister Olaf Lies), Behörden, Verwaltung und natürlich die Presse sowie Öffentlichkeit die Chance bekommen, das für die Region so erfolgreiche und touristisch sowie wirtschaftlich ertragreiche Event weiter durchführen zu können. Wir sind jederzeit bereit, mit allen Verantwortlichen am runden Tisch offen und transparent wie bisher die bestmögliche Variante des Jade Race 2020 und der weiteren der Zukunft zu gestalten.

Pressemitteilung Jade-Race UG 06122019